Hessische Kartoffelsuppe mit Äppelwoi

Oder: Warum Apfelwein manchmal einfach reinmuss

„Hä? Apfelwein in die Kartoffelsuppe?!“
Ja. Wirklich. Und bevor du jetzt die Stirn runzelst: Warte kurz.

Ich lebe in Nordhessen, und Kartoffelsuppe gehört hier einfach dazu. Die steht nicht für besondere Anlässe auf dem Herd, sondern für Tage, an denen es draußen ungemütlich ist, man keine Lust auf großes Kochen hat und trotzdem was Ordentliches essen will. So eine Suppe, die man nebenbei umrührt, während man noch erzählt, was der Tag so gebracht hat.

Kartoffelsuppe ist ja oft ziemlich kräftig. Satt. Manchmal sogar ein bisschen schwer. Und genau da kommt der Apfelwein ins Spiel. Der macht die Suppe nicht sauer und schmeckt auch nicht wie „Wein in Suppe“ – keine Angst. Er gibt ihr einfach so ein kleines fruchtiges Bizzl. Nicht mehr, nicht weniger.

Wenn du’s nicht weißt, kommst du wahrscheinlich gar nicht drauf, was drin ist. Aber weglassen würdest du ihn danach auch nicht mehr.


Zutaten

  • 500 g Sellerieknolle
  • 400 g Möhren
  • 2–3 große Zwiebeln
  • 1.300 g Kartoffeln
  • 3–5 EL Rapsöl
  • Salz, Pfeffer
  • Paprikapulver edelsüß
  • Chilipulver (nach Geschmack)
  • 300 ml Apfelwein (Äppelwoi)
  • 600 ml Wasser
  • Schmand zum Servieren

Zubereitung

Erst mal alles vorbereiten: Gemüse schälen, schneiden, fertig. Sellerie und Zwiebeln würfle ich grob, Möhren kommen in Scheiben, die Kartoffeln je nach Größe geviertelt oder geachtelt. Muss nicht schön sein – wird ja püriert.

Dann kommt das Öl in einen großen Topf. Zuerst den Sellerie rein und ein paar Minuten andünsten, bis er ein bisschen weich wird. Danach Möhren und Zwiebeln dazu und dürfen nochmal ein paar Minuten mitziehen. Es soll gut riechen, mehr nicht.

Jetzt die Kartoffeln rein, einmal durchrühren und dann mit Apfelwein und Wasser aufgießen. So viel, dass die Kartoffeln gerade eben bedeckt sind. Salz dazu, Deckel drauf, aufkochen lassen und dann etwa 20 Minuten köcheln, bis alles weich ist.

Zum Schluss den Pürierstab hineinhalten und die Suppe cremig pürieren. Mit Pfeffer, Paprikapulver, Chili und – falls nötig – etwas Salz abschmecken.

Auf Teller verteilen, einen Löffel Schmand darauf und am besten mit kräftigem Bauernbrot servieren.


Und falls was übrig bleibt?

Am nächsten Tag schmeckt diese Suppe oft sogar noch besser. Einfach langsam wieder erwärmen, vielleicht einen kleinen Schuss Apfelwein dazu geben – und geniessen.

Manchmal ist Heimat eben kein Ort.
Sondern ein Topf auf dem Herd.

    Wie wäre es mit...